Die «saarmila»-Erhebung auf einen Blick
Das Dashboard bündelt ausgewählte gewichtete Ergebnisse der repräsentativen Mobilitätserhebung. Die fünf Dimensionen der Mobilitätskultur werden durch Analysen zu Mobilitätsarmut und Altersgruppen ergänzt. Fahren Sie mit der Maus über Balken und Punkte, um genaue Werte und Konfidenzintervalle zu sehen. Auf Touch-Geräten tippen Sie auf die Grafik. Die Datenbasis steht jeweils bei der Auswertung.

Mobilitätsalltag und -praktiken

Verkehrsmittelnutzung, Wege und Wegezwecke, Verknüpfung unterschiedlicher Alltagsaktivitäten sowie Mobilitätsteilhabe, mobilitätsbezogene Lebensqualität und Wahrnehmung verschiedener Verkehrsmittel.

Mobilitätsbezogene und gesellschaftspolitische Orientierungen

Orientierungen gegenüber Automobilität und anderen Mobilitätsformen, Umweltbewusstsein und gesellschaftspolitische Einstellungen sowie Verantwortungszuschreibungen und Akzeptanz mobilitätspolitischer Maßnahmen.

Strukturelle und individuelle Mobilitätsvoraussetzungen

Räumliche Rahmenbedingungen, Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln und Fahrzeugen sowie individuelle Voraussetzungen und Einschränkungen, die Mobilitätsmöglichkeiten und wahrgenommene Autoabhängigkeit mitprägen.

Sorge- und Familienmobilität

Sorgeverantwortung und geschlechtliche Arbeitsteilung im Haushalt, insbesondere bei Einkäufen, Bring- und Holwegen sowie der Organisation von Terminen; Wege für und mit anderen Personen, Wegeketten sowie zeitliche und organisatorische Belastungen durch Sorgewege und deren Zusammenhang mit Autoabhängigkeit und Vereinbarkeit.

Mobilitätsarmut und Mobilitätsteilhabe

Können Menschen wichtige Ziele erreichen und am Alltag teilhaben? Dieser Bereich zeigt, wer wegen schlechter Erreichbarkeit auf Aktivitäten verzichtet und wie Pkw-Verfügbarkeit, Autoabhängigkeit, gesundheitliche Einschränkungen und finanzielle Ressourcen damit zusammenhängen. Die Erhebung bildet mehrere, jedoch nicht alle Dimensionen von Mobilitätsarmut ab.

Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).

3.69
Mittlere wahrgenommene Autoabhängigkeit im Saarland (Skala 1–5)
88 %
Höchste Zustimmung bei den Maßnahmen: Sichere und kinderfreundliche Schulwege
89 %
Auto als Hauptverkehrsmittel mindestens wöchentlich

Gewichtete Mittelwerte der Dimensionen der Automobility Engagement Scale und der Gender-stereotype-Items im Vergleich der Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).

Erhebung

Die Befragung wurde von Mitte Juli bis Anfang August 2026 durchgeführt. Sie kombinierte eine Online-Erhebung mit einer telefonischen CATI-Erhebung im Saarland.

  • Saarland, Online: 1.212 Befragte
  • Restdeutschland, Online: 2.008 Befragte
  • Saarland, CATI: 400 Befragte

Die Befragung wurde von UZ Bonn über das Panel von Bilendi Germany durchgeführt, dem 300.000 Befragte angehören. Unterschiedliche Rekrutierungswege, eine Anmeldung mit doppelter Bestätigung (Double-Opt-in), Identitätsprüfungen sowie regelmäßige Datenbereinigungen und Qualitätskontrollen sollten die Qualität und Vielfalt des Panels sichern. UZ Bonn ist nach ISO 20252:2019 zertifiziert.

Quotierungs- und Gewichtungsmerkmale

Bei der Stichprobensteuerung und Gewichtung wurden zentrale soziodemografische und strukturelle Merkmale berücksichtigt:

  • Alter: 16–25, 26–45, 46–65, 66–75 Jahre
  • Geschlecht
  • Raumstruktur: im Saarland nach Landkreis bzw. Regionalverband (6 Kategorien), im Rest Deutschlands nach Gemeindegrößenklasse (unter 20.000; 20.000 bis unter 100.000; ab 100.000 Einwohnende)
  • Bildungsabschluss: kein Abschluss / Schüler:in / Hauptschulabschluss; mittlere Reife / Realschulabschluss; Hochschulreife / Hochschulabschluss
  • Haushaltsnettoeinkommen: unter 2.000 €; 2.000 € bis unter 4.000 €; ab 4.000 €
  • Kinder bis 10 Jahre im Haushalt: ja / nein
Gewichtung der Daten

Zur Vorbereitung der Auswertung wurden mehrere Gewichtungsvarianten erstellt, die sich nach Analyseziel und verfügbarer Erhebungsbasis unterscheiden.

Saarland vs. Restdeutschland (gewicht1): Für den Vergleich zwischen dem Saarland und dem Rest Deutschlands werden ausschließlich Online-Interviews verwendet, um in beiden Teilstichproben eine methodisch einheitliche Datengrundlage sicherzustellen. Einbezogen werden 1.212 Online-Fälle aus dem Saarland und 2.008 Online-Fälle aus dem Rest Deutschlands. Die Anpassung erfolgt für beide Regionen getrennt.

Deutschland insgesamt (gewicht1a): Für gemeinsame Auswertungen Deutschlands insgesamt wird das Saarland nach der getrennten Anpassung der beiden Online-Teilstichproben zusätzlich auf seinen Anteil an der deutschen Wohnbevölkerung im Alter von 16 bis 75 Jahren heruntergewichtet. Dieser Anteil beträgt 1,2136 %.

Saarland gesamt – Online + CATI (gewicht2): Für Analysen des Saarlands allein werden 1.212 Online-Interviews und 400 telefonische Interviews zusammengeführt. Da in der telefonischen Erhebung nur ein Teil der Items erhoben wurde, ist dieses Gewicht nur für Variablen verwendbar, die in beiden Modi vorliegen.

Saarland nur Online (gewicht2a): Für Saarland-Analysen von Merkmalen, die ausschließlich im Online-Fragebogen erhoben wurden, wird die Online-Stichprobe des Saarlands verwendet. gewicht2a entspricht hierfür der nur auf Saarland-Online-Fälle begrenzten Gewichtungsvariante.

Die Gewichtung wurde mit der Software P-STAT unter Verwendung des Deming-Stephan-Verfahrens durchgeführt. Dabei werden die Stichprobenverteilungen iterativ an vorgegebene Randverteilungen angeglichen.

Da insbesondere im Saarland teilweise sehr hohe Einzelgewichte auftraten, wurden die höchsten Gewichte zusätzlich getrimmt. Dadurch wird ein überproportionaler Einfluss einzelner Fälle reduziert. Die verbleibenden Abweichungen von den angestrebten Sollverteilungen liegen nach Abschluss der Gewichtung bei maximal etwa einem Prozentpunkt.

Bereinigung der Wohnortgröße

Für die Analyse der Wohnortgröße im Saarland werden Angaben der Kategorie „mehr als 500.000 Einwohnende“ als sachlich unplausibel behandelt und ausgeschlossen. Die verbleibenden vier Ortsgrößenklassen werden als kategoriale Variable modelliert.

Interpretation

Anteile und Mittelwerte werden gewichtet ausgewiesen. Konfidenzintervalle geben die statistische Unsicherheit der jeweiligen Schätzung an.

Zusammenhangsanalysen aus der Querschnittserhebung sind als Assoziationen zu interpretieren. Aus ihnen lässt sich keine kausale Wirkung ableiten.

Datenschutz

Die veröffentlichte HTML-Datei enthält ausschließlich aggregierte Ergebnisse. Individualdaten aus der Befragung werden nicht in das Dashboard eingebettet.

Fragebogen- und Skalenquellen

Für einzelne Fragen, Items und Skalen wurden bestehende Instrumente und Vorarbeiten herangezogen und für den «saarmila»-Fragebogen teilweise adaptiert.


«saarmila» – Gemeinsam für eine nachhaltige saarländische Mobilitätskultur
Mobilitätsvoraussetzungen
Mobilität wird durch individuelle Ressourcen und räumliche Bedingungen ermöglicht oder begrenzt. Regionalvergleiche verwenden die Online-Stichproben (gewicht1); Modelle für das Saarland nutzen Online + CATI (gewicht2), sofern direkt bei der Grafik nicht anders angegeben.
Frage 15
Gesundheitliche Mobilitätseinschränkungen

Sind Sie im Alltag durch gesundheitliche Einschränkungen in Ihrer Mobilität beeinträchtigt?

Mehrfachnennungen waren möglich; die Prozentwerte summieren sich daher nicht zwingend zu 100 %.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 19
Antriebsarten der Autos im Haushalt

Welche Antriebsart haben die Autos in Ihrem Haushalt?

Mehrfachnennungen waren möglich; die Prozentwerte summieren sich daher nicht zwingend zu 100 %.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 17
Fahrzeuge im Haushalt

Wie viele der folgenden Fahrzeuge gibt es in Ihrem Haushalt?

Dargestellt ist die gewichtete mittlere Anzahl der jeweiligen Fahrzeuge pro Haushalt.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 20
Täglich zurückgelegte Strecke

Wie viele Kilometer legen Sie durchschnittlich am Tag zurück, unabhängig vom Verkehrsmittel?

Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 21
Besitz eines Deutschlandtickets

Sind Sie aktuell im Besitz eines Deutschlandtickets?

Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 22
Deutschlandticket bei Kindern

Sind Ihre Kinder über 6 Jahre im Besitz eines Deutschlandtickets?

Die Frage wurde nur Personen mit Kindern über 6 Jahren gestellt.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Wahrgenommene Autoabhängigkeit nach Wohnortgröße und Kindern im Haushalt
Vorhergesagte Werte eines survey-gewichteten Modells für das Saarland, Online + CATI (gewicht2).
Für die Saarland-Auswertung werden Antworten '>500.000 Einwohnende' als unplausibel behandelt und nicht ausgewertet, da es im Saarland keinen Wohnort dieser Größenklasse gibt. Die Wohnortgröße wird kategorial modelliert; es wird kein linearer Abstand zwischen den Größenklassen unterstellt.
Wahrgenommene Autoabhängigkeit nach Landkreis
Gewichtete Mittelwerte im Saarland, Online + CATI (gewicht2), mit 95%-Konfidenzintervallen.
Mobilitätsalltag und -praxis
Dieser Bereich zeigt, welche Verkehrsmittel Menschen in unterschiedlichen Alltagssituationen nutzen, wie häufig sie mit verschiedenen Verkehrsmitteln unterwegs sind und welche Faktoren ihre Verkehrsmittelwahl prägen. Die Vergleiche zwischen Saarland und Restdeutschland verwenden die Online-Stichproben (gewicht1).
Frage 27
Nutzungshäufigkeit nach Verkehrsmitteln

Wie häufig unternehmen Sie Wege, bei denen Sie folgendes Verkehrsmittel als Hauptverkehrsmittel nutzen?

Dargestellt ist der gewichtete Anteil: Mindestens wöchentliche Nutzung. Sortierung nach dem Ergebnis für das Saarland.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 26
Verkehrsmittelnutzung nach Wegezweck

Welches Verkehrsmittel benutzen Sie in den folgenden Situationen jeweils am häufigsten?

Falls unterschiedliche Verkehrsmittel genutzt werden, bezieht sich die Antwort auf den größten Teil der Strecke in Kilometern. Mit ÖPNV sind z. B. Bus oder Bahn gemeint.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Arbeitsweg / Ausbildungsweg
Einkäufe des täglichen Bedarfs
Begleitung von Kindern
Arzt- oder Behördentermine
Freizeitaktivitäten
Frage 28
Determinanten der Verkehrsmittelwahl

Wie stark beeinflussen die folgenden Faktoren aktuell Ihre Verkehrsmittelwahl im Alltag?

Dargestellt ist der gewichtete Anteil: Starker/sehr starker Einfluss. Sortierung nach dem Ergebnis für das Saarland.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 29
Mobilität und Lebensqualität

Bitte beurteilen Sie, ob und inwiefern die folgenden Punkte Ihre Lebensqualität verbessern, bzw. verbessern würden.

Dargestellt ist der gewichtete Anteil: Starker/sehr starker Beitrag zur Lebensqualität. Sortierung nach dem Ergebnis für das Saarland.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 33
ÖPNV im Alltag

Den ÖPNV für Alltagsfahrten wie z. B. zur Arbeit oder zum Einkaufen zu nutzen…

Dargestellt ist der gewichtete Anteil: Zustimmung. Sortierung nach dem Ergebnis für das Saarland.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 34
Fahrrad im Alltag

Das Fahrrad für Alltagsfahrten wie z. B. zur Arbeit oder zum Einkaufen zu nutzen…

Dargestellt ist der gewichtete Anteil: Zustimmung. Sortierung nach dem Ergebnis für das Saarland.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Gesellschaftspolitische Orientierungen und Einstellungen zu Automobilität
Hier werden Einstellungen zum Auto, gesellschaftspolitische Orientierungen, Umweltbewusstsein und die Unterstützung von Veränderungen im Mobilitätssystem gemeinsam betrachtet. Regionalvergleiche und bundesweite Modelle basieren auf den Online-Stichproben (gewicht1).
Automobility Engagement und Gender stereotypes
Gewichtete Mittelwerte der gebildeten Dimensionen im Vergleich zwischen Saarland und Restdeutschland.
Frage 35
Einzelitems: Automobility Engagement und Gender stereotypes

Bitte geben Sie an, wie sehr Sie den folgenden Aussagen zustimmen.

Die folgende Darstellung zeigt die einzelnen Items, aus denen die Dimensionen der Automobility Engagement Scale sowie die Gender-stereotype-Items gebildet wurden.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 41
Maßnahmen für die Mobilität der Zukunft

Wie wichtig sind Ihnen die folgenden Maßnahmen für die Mobilität der Zukunft?

Dargestellt ist der gewichtete Anteil: Eher/sehr wichtig. Sortierung nach dem Ergebnis für das Saarland.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 36
Kurzskala Autoritarismus (KSA-3)

Wie beurteilen Sie die folgenden Aussagen?

Dargestellt ist der gewichtete Anteil: Zustimmung. Sortierung nach dem Ergebnis für das Saarland.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 37
Einstellungen zu Gleichstellung und Feminismus

Wie beurteilen Sie die folgenden Aussagen?

Dargestellt ist der gewichtete Anteil: Zustimmung. Sortierung nach dem Ergebnis für das Saarland.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 38
Naturverständnis

Wie beurteilen Sie die folgenden Aussagen?

Dargestellt ist der gewichtete Anteil: Zustimmung. Sortierung nach dem Ergebnis für das Saarland.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 39
Umweltbewusstsein

Im Folgenden geht es um Ihre persönlichen Einschätzungen und Einstellungen zu Umwelt, Klima und gesellschaftlicher Entwicklung. Bitte geben Sie an, inwieweit Sie den folgenden Aussagen zustimmen.

Dargestellt ist der gewichtete Anteil: Zustimmung. Sortierung nach dem Ergebnis für das Saarland.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 40
Verantwortung für Veränderung

Wie beurteilen Sie die folgenden Aussagen?

Dargestellt ist der gewichtete Anteil: Zustimmung. Sortierung nach dem Ergebnis für das Saarland.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Gesellschaftliche Orientierungen und Automobilitätsorientierungen
Survey-gewichtete standardisierte Zusammenhänge im Bundesdurchschnitt (Online-Stichprobe Deutschland).
Die Koeffizienten beschreiben statistische Assoziationen und keine Kausalwirkungen.
Gesellschaftliche Orientierungen und Unterstützung von Mobilitätsmaßnahmen
Zusammenhänge im Bundesdurchschnitt (Online-Stichprobe Deutschland) zwischen gesellschaftlichen Orientierungen und der Unterstützung verschiedener Maßnahmen für die Mobilität der Zukunft.
Positive Koeffizienten entsprechen einer höheren, negative Koeffizienten einer geringeren Unterstützung.
Wie unterscheiden sich Mobilität und Einstellungen nach Alter?
Junge Erwachsene im Saarland nutzen häufiger den ÖPNV als ältere Befragte. Das Auto bleibt jedoch auch für sie wichtig: Die wöchentliche Autonutzung und die wahrgenommene Autoabhängigkeit unterscheiden sich zwischen den 19- bis 29-Jährigen und den 65- bis 75-Jährigen kaum. Deutlicher unterscheiden sich einzelne Bewertungen des Alltags: Kurze, gut verbindbare Wege, weniger Zeitdruck und gesellschaftliche Teilhabe tragen für junge Erwachsene häufiger stark zur Lebensqualität bei. Die gemeinsamen Items wurden im Saarland mit Online + CATI (gewicht2) ausgewertet.
Vier Altersgruppen: 19–29 (n = 91), 30–44 (n = 369), 45–64 (n = 757) und 65–75 Jahre (n = 392). Die 16- bis 18-Jährigen wurden wegen nur eines Falls ausgeschlossen. Querschnittsdaten erlauben keine Unterscheidung zwischen Alters-, Lebensphasen- und Kohorteneffekten. Die genauen Werte und 95%-Konfidenzintervalle erscheinen beim Überfahren der Balken.
Mindestens wöchentliche Nutzung
Saarland Online + CATI (gewicht2). Je Verkehrsmittel: Anteil mit Nutzung an mindestens einem Tag pro Woche.
Automobilitätsorientierungen
Saarland Online + CATI (gewicht2); Skalen aus den in beiden Erhebungswegen gemeinsamen Items. Geringe Präferenz für Erreichbarkeit bezeichnet die umgepolte Bewertung fußläufiger Ziele und des ÖPNV-Zugangs.
Umweltbewusstsein
Saarland Online + CATI (gewicht2); gemeinsame Dreier-Skala. Sie ist nicht identisch mit der Fünfer-Skala der reinen Online-Auswertung.
ÖPNV im Alltag
Saarland Online + CATI (gewicht2); Zustimmung zu den in beiden Erhebungswegen gestellten Aussagen (4 + 5).
Fahrrad im Alltag
Saarland Online + CATI (gewicht2); Zustimmung zu den in beiden Erhebungswegen gestellten Aussagen (4 + 5).
Als wichtig bewertete Maßnahmen
Saarland Online + CATI (gewicht2); Anteil eher oder sehr wichtig (4 + 5).
Was trägt stark zur Lebensqualität bei?
Saarland Online + CATI (gewicht2). Die Frage misst die Bedeutung der Aspekte, nicht die tatsächlich erreichte Lebensqualität.
Zustimmung zu Gründen für Autoverzicht
Saarland Online + CATI (gewicht2), nur Befragte ohne eigenes Auto. Kleine gültige Fallzahlen je Altersgruppe: Ergebnisse mit Vorsicht interpretieren.
Ladeinfrastruktur für Elektromobilität
Saarland nur Online (gewicht2a); dieses Item wurde in CATI nicht erhoben.
Sorgemobilität
Sorgemobilität umfasst Wege, Begleit- und Betreuungsaufgaben sowie den zeitlichen und organisatorischen Aufwand, der durch Mobilität für andere Personen entsteht. Sie hängt deshalb eng mit Pflegeverantwortung, Aufgabenteilung und der Komplexität alltäglicher Wegeketten zusammen. Für das Saarland zeigen die Ergebnisse, dass insbesondere Pflegeverantwortung und Kinder im Haushalt mit einer höheren Belastung durch Sorgewege verbunden sind. Auch eine höhere wahrgenommene Autoabhängigkeit geht mit stärkeren Belastungen einher. Eine höhere Belastung durch Sorgewege wiederum steht in Zusammenhang mit geringerer Mobilitätsteilhabe, geringerer Zeitzufriedenheit und schlechterer Vereinbarkeit. Die Ergebnisse verdeutlichen damit, dass Sorgemobilität eng mit den strukturellen Bedingungen des Mobilitätssystems zusammenhängt. Bei der Verteilung der Aufgaben – etwa Einkaufen, Bringen und Abholen von Kindern oder Organisation von Terminen – zeigt sich eine geschlechtsspezifische Ungleichverteilung. Regionalvergleiche: Online (gewicht1); Aufgabenteilung: Saarland Online (gewicht2a); Care-Modell: Saarland Online.
Pflegeverantwortung
Frage 7
Pflegeverantwortung

Sind Sie hauptverantwortlich für die Pflege einer anderen Person mit Pflegegrad?

Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Aufgabenteilung im Haushalt nach Geschlecht
Die drei Aufgaben werden getrennt dargestellt. Innerhalb jeder Aufgabe zeigen die Balken, wie sich die Antworten zwischen den Geschlechtsgruppen unterscheiden.
Frage 14
Aufgabenteilung im Haushalt

Wer übernimmt in Ihrem Haushalt überwiegend folgende Aufgaben?

Dargestellt ist die Aufgabenteilung nach Geschlecht für das Saarland auf Basis der Online-Stichprobe. Die Online-Stichprobe wird verwendet, weil das Item zur Organisation von Familienterminen in der CATI-Erhebung nicht erhoben wurde.
Datenbasis: Saarland Online (gewicht2a).
Die Frage wurde nur Haushalten mit Kindern gestellt. Prozentwerte beziehen sich jeweils auf die gültigen Antworten innerhalb der jeweiligen Geschlechtsgruppe.
Einkäufe
Kinder bringen bzw. holen
Organisation von Terminen für die Familie

Sorgearbeit erzeugt häufig keine isolierten Einzelwege, sondern komplexe Wegeketten: etwa wenn Arbeitswege mit Einkäufen, dem Bringen oder Abholen von Kindern, Arztterminen oder anderen Begleitwegen verbunden werden. Eine solche Verkettung von Wegen ist für die Analyse von Sorgemobilität zentral, wird in einer stark auf einzelne Wege und klassische Pendelverkehre ausgerichteten Verkehrsplanung und Mobilitätsforschung jedoch leicht unterschätzt. Die folgenden Fragen machen deshalb sichtbar, wie häufig mehrere Zwecke kombiniert werden, welche Zwecke miteinander verknüpft sind und wie komplex solche Alltagswege typischerweise sind.

Häufigkeit von Wegeketten
Frage 23
Verknüpfung mehrerer Zwecke auf einem Weg

Wie häufig verbinden Sie auf einem Weg mehrere Zwecke miteinander? (Beispielsweise Arbeit, Einkaufen, Kinderbetreuung oder Freizeit)

Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Verknüpfung verschiedener Wegezwecke
Frage 24
Verknüpfung verschiedener Wegezwecke

Welche der folgenden Zwecke verbinden Sie häufig innerhalb eines Weges oder einer Fahrt?

Mehrfachnennungen waren möglich; die Prozentwerte summieren sich daher nicht zwingend zu 100 %.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Anzahl verbundener Ziele und Aktivitäten
Frage 25
Komplexität von Wegeketten

Wenn Sie unterwegs sind: Wie viele unterschiedliche Ziele, Erledigungen oder Aktivitäten verbinden Sie typischerweise innerhalb eines Alltagswegs bzw. eines zusammenhängenden Weges?

Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 31
Sorge-Mobilität

Im Folgenden geht es darum, wie Wege für andere Personen, z. B. Kinder oder pflegebedürftige Personen, organisiert werden und wie selbstständig diese Personen im Alltag unterwegs sein können. Bitte geben Sie an, inwieweit die folgenden Aussagen auf Ihre aktuelle Situation zutreffen.

Dargestellt ist der gewichtete Anteil: Zustimmung. Sortierung nach dem Ergebnis für das Saarland.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Frage 32
Alltagszufriedenheit und Lebenssituation

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer aktuellen Lebenssituation im Alltag?

Dargestellt ist der gewichtete Anteil: Zustimmung. Sortierung nach dem Ergebnis für das Saarland.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).
Care-Mobilitätsbelastung und wahrgenommene Autoabhängigkeit
Modellierter Zusammenhang innerhalb der Saarland-Online-Stichprobe.
Querschnittsdaten: Der dargestellte Zusammenhang darf nicht kausal interpretiert werden.
Mobilitätsarmut und Mobilitätsteilhabe
Erreichbarkeit, Teilhabe und ungleich verteilte Mobilitätsressourcen
Bezug zur Definition von Mobilitätsarmut

Die Erhebung bildet mehrere, jedoch nicht alle Dimensionen von Mobilitätsarmut ab. Direkt erfasst wird insbesondere, ob das Verkehrssystem die Erreichbarkeit wichtiger Alltagsziele und die Teilnahme an Aktivitäten einschränkt. Die Verfügbarkeit eines Pkw, die wahrgenommene Autoabhängigkeit und weitere Mobilitätsalternativen geben zudem Hinweise darauf, in welchem Umfang geeignete Mobilitätsoptionen zur Verfügung stehen bzw. benötigt werden. Finanzielle Ressourcen werden über das approximierte Nettoäquivalenzeinkommen berücksichtigt. Nicht direkt erhoben wurde jedoch, ob Haushalte Schwierigkeiten haben, ihre tatsächlichen Mobilitätskosten zu tragen. Die Analysen erfassen daher mobilitätsarmutsbezogene Teilhabeeinschränkungen und Vulnerabilitäten, nicht Mobilitätsarmut in allen Dimensionen der Definition.

Zentrale Ergebnisse

Mobilitätsteilhabe, wie wir sie gemessen haben, ist im Saarland nicht geringer als in Restdeutschland – sie wird jedoch unter deutlich stärker autoabhängigen Bedingungen realisiert. Fehlender Pkw-Zugang, geringe finanzielle Ressourcen, gesundheitliche Mobilitätseinschränkungen und hohe Autoabhängigkeit hängen mit mobilitätsbedingtem Aktivitätsverzicht zusammen. Diese Zusammenhänge sind im Saarland jedoch nicht statistisch nachweisbar stärker als in Restdeutschland. Mobilitätsarmut erscheint damit weniger als ausschließlich regionales Phänomen denn als Ergebnis des Zusammenspiels ungleich verteilter Ressourcen und mobilitätsstruktureller Anforderungen.

Saarland-Analysen: Online + CATI (gewicht2); Regionalvergleiche: Online (gewicht1).

Frage 30
Subjektive Mobilitätsteilhabe

Im Folgenden geht es darum, wie gut Sie und ggf. Ihre Kinder bzw. Personen in Ihrem Haushalt alltägliche Wege und Ziele erreichen können. Bitte beziehen Sie sich auf Ihre aktuelle Situation im Alltag und geben Sie an, wie sehr Sie zustimmen:

Für den Indikator Mobilitätsteilhabe werden die beiden Items mit Bezug auf die Mobilität der erwachsenen Befragten verwendet: die Erreichbarkeit wichtiger Alltagsziele sowie der Verzicht auf Aktivitäten aufgrund mangelnder Erreichbarkeit. Das Verzichts-Item wird für die Indexbildung umgepolt; höhere Werte stehen damit durchgängig für höhere Mobilitätsteilhabe. Das dritte Item zur selbstständigen Mobilität von Kindern geht nicht in diesen Indikator ein.
Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).

Datenbasis: Saarland Online + CATI (gewicht2).

13.2 %
mussten wegen mangelnder Erreichbarkeit auf Aktivitäten verzichten
55.5 %
weisen eine hohe wahrgenommene Autoabhängigkeit auf
4.10
mittlere Mobilitätsteilhabe; fünfstufige Skala
Kumulative Mobilitätsvulnerabilität und Aktivitätsverzicht
Berücksichtigt werden geringe finanzielle Ressourcen, fehlender Pkw-Zugang, gesundheitliche Mobilitätseinschränkung und hohe Autoabhängigkeit.
Der Einkommensindikator verwendet einen explorativen, stichprobeninternen 60%-Schwellenwert des approximierten Nettoäquivalenzeinkommens. Die Darstellung ist kein amtlicher Armutsindikator.

Datenbasis: Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland (gewicht1).

Mobilitätsbezogene Vulnerabilitäten und Aktivitätsverzicht
Gewichteter Vergleich der Online-Stichproben. Fehlerintervalle zeigen 95%-Konfidenzintervalle.
Einkommensindikator: approximiertes Nettoäquivalenzeinkommen unter 60 % des gemeinsamen gewichteten Medians der beiden Online-Stichproben. Dieser explorative, stichprobeninterne Schwellenwert ist keine amtliche Armutsgrenze.
Mobilitätsteilhabe und Autoabhängigkeit
Gewichtete Mittelwerte der Online-Stichproben Saarland und Restdeutschland.
Die Mobilitätsteilhabe unterscheidet sich zwischen Saarland und Restdeutschland nicht statistisch signifikant. Deutliche Unterschiede zeigen sich dagegen bei der Autoabhängigkeit und der Pkw-Verfügbarkeit. Querschnittsdaten erlauben keine Kausalaussagen.